Prosper Christom Nyambo von der Itamba Secondary School bei einem Safariprojekt 2019 in der gemeinsamen Partnerschaft mit der Evangelischen Sekundarschule Haldensleben
Tansania-Projekt
„Safari dekolonial“ - Nationalparkbesuch für tansanische Kinder 2026 Mit diesem Projekt möchten wir zunächst 25 Kindern aus der Region Arusha die Möglichkeit geben, zum ersten Mal einen Nationalpark ihres eigenen Landes zu besuchen.
Wir nennen das Projekt „Safari dekolonial“, weil wir einen kleinen Beitrag dazu leisten möchten, den Zugang zum Naturerbe Tansanias gerechter zu gestalten. Die Geschichte des Naturschutzes in Ostafrika ist eng mit der Kolonialzeit verbunden. Erste Schutz- und Jagdgebiete wurden in Deutsch-Ostafrika 1896 errichtet. Das hatte zur Folge, dass viele lokale Gemeinschaften ihre traditionellen Nutzungsrechte verloren oder nur noch eingeschränkten Zugang zu diesen Landschaften hatten.
Heute sind die Nationalparks von unschätzbarem Wert für den Schutz der Biodiversität. Zugleich sind sie ein wichtiger Bestandteil des Tourismus. Für viele Kinder und Familien in Tansania bleibt ein Besuch jedoch aus finanziellen Gründen unerreichbar.
Mit unserem Projekt möchten wir das ändern.
Zudem soll es Bildung mit persönlichem Erleben verbinden. Kinder können so ihre Heimat mit neuen Augen entdecken. Wir möchten Neugier wecken, Wissen vermitteln, das Bewusstsein für Natur- und Artenschutz stärken und den Stolz auf das eigene Natur- und Kulturerbe fördern.
In diesem Blog begleiten wir die Durchführung und Entwicklung des Projekts.
Der oberste Eintrag ist immer der letzte.
Blog zum aktuellen Projekt
Donnerstag, 23. Juli
Wie gelingt es in Tansania, mehr als 40 elternlosen Kindern ein Zuhause zu geben? Nun ich habe es mir nicht vorstellen können, denn weder der tansanische Staat noch eine Kommune ist dazu bereit oder in der Lage. Es hängt ausschließlich an privaten Initiativen, wie der von Ritha und ihrem Mann Josef. Und wir haben sehen dürfen, wie sie es geschafft haben. Wir waren dafür in Same, einer mittelgroßen Stadt im Norden Tansanias. Etliche Kinder haben uns schon erwartet, fielen Ritha um den Hals, sangen für und mit uns, luden uns ein, mit ihnen zu spielen. Es wurden im Laufe des Nachmittags immer mehr, die in diesem kleinen Gebäude, das aus allen Nähten platzt, ihr Zuhause haben. Meist sind es Kinder deren Eltern nicht für sie sorgen können, weil sie krank, alkoholabhängig oder schlichtweg gestorben sind. Während Beate und ich lernten Pilau (eine tansanische Reismahlzeit) für alle zu kochen, hielten die Kinder ganz selbständig ein Abendgebet mit vielen Liedern und Lesungen aus der Bibel. Sie brauchen dafür offensichtlich keinen Gemeindepädagogen oder Pfarrer. Wir aßen dann gemeinsam. Zum Schluss stand einer nach dem anderen auf und bedankte sich für das Essen. Wir wünschten uns gegenseitig eine gute Nacht. Wie gut diese für die Kinder ist, mag ich nicht einschätzen, denn meist müssen sie zu zweit in einem Bett schlafen.
Das soll anders werden, zumindest was Platz zum Wohnen und Spielen anbelangt. Ritha und Josef haben inzwischen ein neues Grundstück mit Neubau eines größeren Gebäudes besorgt. Mit Hilfe von Spendengeldern auch aus Deutschland konnte das entstehen. In einem Monat ist Einzug mit einem großen Fest. Und wir können uns vorstellen, wie hier alles wachsen wird und wie glücklich alle dann sind.
Wir glauben, es bleibt eine Menge des Erlebten: Unzählige Bilder in den Kameras und vor allem im Herzen: die weitgehend unberührte Natur mit all den Tieren, die sich scheinbar ungestört von uns Menschen fühlten. Das Sitzen am Lagerfeuer am Abend, das gemeinsame Frühstücken, das besondere Essen (das für viele etwas Außergewöhnliches war, eben mal nicht nur Bohnen und Mais) das Singen auf der langen Busfahrt – das alles nannten sie, als wir die Schüler fragten, was für sie besonders schön war.
„Thank you very much for kindness. I truly appreciate the tim and efford dedicated to take us for National parks. This made our expirience enjoyable and memorable. Danke“ – schrieb uns eine Schülerin. „Dreams comes true“ – das wäre doch ein guter Titel für unser Safariprojekt, meinte eine andere Schülerin.
Noch einmal waren wir in der Schule zusammen, haben Bilder für ein Album herausgesucht, UNO gespielt, ein Nationalpark-Quiz gemacht und um den Segen Gottes gebeten.
Wir glauben, wenn es nach Gottes Willen ginge, sollten unbedingt mehr Kinder in Tansania so etwas Schönes erleben.
Sonntag, 19. Juli
Enthisiasm – Begeisterung
We’re back in Arusha. We’ve just spent two days on safari in Tarangire and Manyara National Parks. Everyone is filled with wonderful impressions, and Beate and I especially so. We were particularly moved by the children’s enthusiasm. And we’re very glad that, alongside the many foreign tourists, the Tanzanian students were able to share in the beauty and richness of their own country. Sleeping in a tent was also a special experience for everyone – something neither the children nor the teachers had ever done before. In the evening, we sat round the campfire. We sang, played guessing games and told stories. Everyone is sure to cherish these moments in their hearts for a long time to come.
Wir sind zurück in Arusha. Zwei Tage Safari im Tarangire und Manyara Nationalpark liegen hinter uns. Alle sind erfüllt mit wunderbaren Eindrücken und Beate und ich erst recht. Erfüllt hat hat uns besonders, die Begeisterung der Kinder. Und wir sind sehr froh, dass nun neben den vielen ausländischen Touristen die tansanischen Schüler an der Schönheit und dem Reichtum ihres eigenen Landes teilhaben konnten. Ein besonderes Erlebnis für alle war auch das Übernachten im Zelt, das weder die Kinder noch Lehrer jemals vorher hatten. Abends saßen wir am Lagerfeuer. Es wurde gesungen, gerätselt, erzählt. Alle werden sicher diese Momente lange in ihren Herzen behalten.
Sonnabend, 18. Juli
A lot of Impressions – eine Menge Eindrücke
This was a day with great Impressions for all students. They discribe for themselfs what they expirienced: Das waren gro0artige Eindrücke für alle Schüler und zwei von ihnen schildern selbst, was sie erlebt haben:
My name is Elia and about my impressions is when my fellow students was in the safari. They were happy and exited. Mostly they were happy after saw a some of wild animals as Elephant, Zebra, Gnus and Giraffe.
My name is Praise: I am a form three student. TODAY HAVE BEEN A VERY GOOD DAY AND WE ARE VERY GLAD FOR THIS TOUR THAT WE HAD. WE VISITED TARANGIRE NATIONAL PARK, WE SAW A LOT OF ANIMALS AND BIRDS. IT WAS QUITE AN EXPERIENCE. WE REALY APPRECIATE FOR THE THINGS YOU HAVE DONE TO US. MAY THE LORD BLESS YOU.
Überraschendes
Es war für uns überraschend, was die Schülerinnen und Schüler, mit denen wir heute in das Projekt gestartet sind, alles über Deutschland, Kultur, Religion, Industrie und Geschichte wissen: 1884 – 1885 die Berlin-Konferenz (Aufteilung der Kolonialgebiete Afrikas), 1517 Reformation durch Martin Luther, dass es gleichermaßen Protestanten und Katholiken gibt, große Wissenschaftler aus Deutschland hervorgingen und eine Menge mehr - und natürlich die Teilnahme am Fussball-Weltcup. Überraschend war insofern, dass sie auf unser Kommen und das Projekt super vorbereitet waren. Hochmotiviert haben sie an einem kleinen Workshop „Fotografie“ teilgenommen. Damit sind gewiss ein paar gute Bilder zu erwarten, die sie auf der Safari selbst machen werden. Wir haben zusammen gesungen, viel gelacht und aus der Schulküche gemeinsam mit den Schülern Makande gegessen: Bohnen und Mais. Wir fühlten uns in die Gemeinschaft der Schüler sofort aufgenommen und freuen uns auf das gemeinsame Unterwegssein!
We were surprised by the amount of knowledge the students we started the project with had about Germany, its culture, religion, industry and history: That the Berlin Conference (where the colonial territories of Africa where distributed) was in 1884 - 1885, that the reformation was started by Martin Luther in 1517, that there are catholics and protestants, that some great scientists came from Germany, and so much more - and of course about the participation in the football world cup.
What especially surprised us was that they were very well prepared for our visit and for the project. Highly motivated, they participated in a small photography workshop. Thus, we can definitely expect that they will take some nice pictures at the safari. We sang together, laughed a lot and ate Makande (beans with maize/corn) from their school's kitchen. We immediately felt welcome by the students and look forward to travelling with them!
Drei Stunden Flug waren es nach Istanbul. Erst am nächsten Tag ging es weiter nach Tansania. Gelegenheit also für einen kurzen Besuch in der dortigen deutschen Gemeinde. So lernten wir Heike kennen. Sie ist Pfarrerin an der Istanbuler Kreuzkirche und war uns eine sehr sympathische Gastgeberin. Dann folgten sieben Stunde Flug, ein Tag Zwischenaufenthalt in Dar es Salaam und weitere 12 Stunden Busfahrt. Und Busfahrer zu sein in Tansania scheint mir mehr als nur ein Beruf, sondern eine Art Straßenartistik. Selten, dass die Strasse frei ist, mindestens führen Bodenwellen zum steten Abbremsen und dem Versuch an LKW-Schlangen vorbei zu kommen. Das Busfahren führte aber zu dem seltenen Glücksumstand, den noch schneebedeckten Kilimanjaro sehen zu können. Majestätisch leuchtete er in Abendsonne. Im Dunkeln, das hier gegen 19.00 Uhr fast schlagartig einsetzt, trafen wir in Arusha ein und wurden von Ritha und ihrem Mann Josef am Busbahnhof abgeholt. Ritha hat das Projekt hier organisiert und wir sind alle sehr gespannt auf die nächsten Tage.
Am 16. Juli 2026 starten wir. Und wir sagen vorab Asante sana - herzlichen Dank für alle Unterstützung und Spenden. Es sind bislang 2357,95 EUR für das Projekt eingegangen. Mit dieser Summe ist der Besuch von 25 Kindern in zwei nebeneinander liegenden Nationalparks mit einer Übernachtung gesichert. Alle freuen sich schon sehr.